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Der Social Media Workflow für die Kaffeepause


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Es klafft eine Lücke zwischen dem erforderlichen kulturellen Wandel und der gelebten Realität in Unternehmen. Inzwischen haben viele Verantwortliche auch außerhalb der Kommunikationsabteilungen zwar das Bedürfnis oder zumindest das vage Gefühl, dass die Aneignung von Social Media-Kompetenz für Karriere und ‘Gemeinwohl’ eine Win-Win-Situation wäre. Und dass Social Media jedem auf eine andere Weise helfen kann, seine Ziele zu erreichen – ob er nun im Vertrieb, im Kundendienst oder in der Produktentwicklung arbeitet. Doch inzwischen wirkt das Thema Social Media für den Neuling derart komplex und zeitaufwändig, dass viele es nicht einmal probieren.

Weitere Zutaten, die zur Social Media Paralyse führen:

  • Es gibt keine Strategie, keine Hilfestellung ‘von oben’
  • Mangelnde Akzeptanz, die generelle Einstufung als Freizeitaktivität ohne Belang
  • Sorge, dass man sein ‘Experiment’ verpatzt und die Spuren anschließend nicht einmal mehr verwischen kann.

Um diese Schwellenängste abzubauen, möchte ich hier die Idee eines “Social Media Workflow Light” vorstellen, der täglich in das zeitliche Äquivalent einer Kaffeepause hineinpasst, und dabei hilft, das Thema entspannt und erfolgreich anzugehen. Sie sollen nicht gleich verkaufen, nicht missionieren und auch nicht wirtschaftspolitischer Sprecher Ihres Unternehmens werden. Im Grunde reden wir hier von einer Fortbildungsmaßnahme in Eigenregie – und mit einem gewissen Spaßfaktor, wie Sie feststellen werden.

Der Social Media Workflow für Vielbeschäftigte

Zielsetzung

Ziel ist die Gewöhnung an das Medium und eine Eingliederung in Ihren Alltag, die kein Nachdenken mehr erfordert. Ich weiß: Sie haben im Grunde gar keine Zeit dafür. Sie müssen aber etwas opfern, und ich schlage vor, es mit einer 10 bis 15-minütigen Kaffeepause (oder Bahnfahrt zur Arbeit, oder Zeitungslektüre am Morgen) zu versuchen, die praktisch nichts von Ihrer produktiven Zeit wegnimmt. Auch klar: Sie wissen im Grunde erst mal gar nicht, was Sie dort einbringen sollen. Deshalb setzen wir hier auf dem Fundament einer ‘Content Curation’ Strategie auf. Klingt kompliziert? Macht den Einstieg aber idiotensicher! Tschuldigung, ist nicht so gemeint ;-)

Nebenwirkungen

Es ist nicht auszuschließen, dass Sie durch die Übung deutlich informierter, inspirierter, motivierter werden. Möglich, dass Sie sehr bald vor Ideen und Kenntnissen nur so sprühen. Ferner kann auch nicht verhindert werden, dass Sie in Ihrem Fachgebiet oder in Ihrer Branche besser vernetzt sein werden. Und zuletzt kann diese Übung dazu führen, dass Sie Geschmack daran finden, selbst zu veröffentlichen und Ihre Reputation auszubauen. Die gehört übrigens Ihnen, die dürfen Sie unabhängig vom Job behalten.

Vision

Stellen Sie sich vor, Sie lesen Zeitung (das kennen die meisten noch ;-). Die Zeitung besteht aber aus Beiträgen, die in Echtzeit zu Ihnen kommen, und nur aus den Bereichen und zu den Themen, die Sie interessieren. Je häufiger Sie die Zeitung nutzen, desto besser und persönlicher wird sie. Der nächste Schritt besteht nun nur noch darin, ‘die Welt’ wissen zu lassen, was Ihnen davon besonders gefallen hat, und vielleicht auch noch, warum. Das war’s.

Man sollte nie zu viel auf einmal versuchen.

Setup: Die Zutaten für den Workflow

Für Unterwegs:

  • Smartphone (iPhone oder Android) und/oder Tablet
  • Folgende Apps: Feedly, Twitter, evtl. eine Google Plus App (gibt es für Smartphones und Tablets)

Für den Internetbrowser (Firefox, Chrome, IE) am PC

  • Google.de (mit dem Reader abonnieren Sie Ihre Quellen, und mit Ihrem Google+ Profil können Sie Ihre Fundstücke teilen)
  • Browser-Anwendung Feedly - Um während des Browsens jederzeit interessante Inhalte ‘on the fly’ zu empfehlen, lohnt sich der Einsatz einer Browser-Erweiterung wie z.B. AddThis, mit der Sie dann auch Seiten auf Xing und anderen Diensten empfehlen, oder über Instapaper für späteres Lesen speichern können

Kanäle: Stellen Sie Ihr Basiscamp auf

Richten Sie sich danach, wo die meisten Ihrer Kollegen, Kunden und Partner sind. Prüfen Sie, wo sich fachlich anerkannte Personen engagieren, mit denen Sie sich gerne vernetzen würden. Hier eine Übersicht mit Kurzbeschreibungen:

Ein Dienst, um eigene Kurznachrichten abzusetzen, und eine der wichtigsten Quellen, um neue Inhalte zu entdecken. Es ist in erster Linie eine Komunikationsplattform, weniger ein soziales Netzwerk, und daher auch als Ergänzung zu Xing oder Facebook zu sehen. Trotzdem kann man hier schnell und einfach in Verbindung mit anderen treten, die sich auf ähnliche Themen fokussiert haben.    

Relativ frisch auf dem Markt, hat sich Google+ vor allem im Bereich Marketing und PR etabliert und ist für alle interessant, die Facebook eher privat oder gar nicht nutzen. Da Sie bei Eröffnung eines neuen Google-Kontos ohnehin eine eigene Google+ Identität bekommen, ist der Aufwand gering und Ihr Profil wird stets im Sichtbereich sein, wenn Sie die Suche, den Reader, oder die Mailfunktion (mit der man übrigens auch seine übrigen Freemailer wie GMX und Web.de abrufen kann) benutzen.

Vor allem, wenn Sie Facebook auch noch privat nutzen, würde ich davon abraten, hier ein weiteres, beruflich ausgerichtetes Profil zu erstellen, oder gar das vorhandene Profil um die berufliche Nutzung zu erweitern. Dann kommen Sie doch nur durcheinander, oder posten Familienfotos versehentlich im falschen Kreis. Genau so geht es auch eventuellen Neukontakten – nicht jeder ist sofort bereit, Sie als ‘Freund’ hinzuzufügen.

Xing oder LinkedIn: Liegt der berufliche Schwerpunkt in Deutschland, ist Xing vorzuziehen. In unserem Setup kann man getrost auf LinkedIn komplett verzichten. Aktivität in Foren ist aber nichts für die Kaffeepause, denn Ihre Beiträge werden kritisch beäugt. Außerdem ist Xing nicht sonderlich gut zum Entdecken von relevanten Inhalten und News geeignet. Der neue Xing-Button zum Empfehlen von Seiten könnte das zumindest hierzulande ändern.

Quora, Pinterest, und weitere Dienste oder Netze: Mit der Zeit werden Sie feststellen, dass manche Inhalte, die Sie auf Xing, Twitter, Facebook oder Google+ entdecken, zuerst auf einem Portal veröffentlicht wurden, das perfekt zu Ihren Vorlieben passt, z.B. Storify oder Tumblr, um eigene Beiträge zu verfassen und zu veröffentlichen, oder Quora, wo gemeinschaftlich Fragen beantwortet werden. Für den Start wäre das jedoch in den meisten Fällen eine unnötige Ablenkung.

Einrichtung: Erst die Arbeit…

Der zeitaufwändigste Teil ist die Einrichtung – mit den kurzen Anleitungen (Folgen Sie den Links) sollte es aber trotzdem recht schnell gelingen:

  • Den Google Reader einrichten: Wann immer Sie informative Seiten sehen, werden Sie in den meisten Fällen auch einen RSS-Feed vorfinden. Wenn Sie den abonnieren, kommen künftig neue Beiträge direkt in Ihre Zeitung (z.B. Feedly, Zite, u.a.)
  • Das Google+ Profil einrichten: Warum? Sie haben das Konto sowieso und können es im Handumdrehen mit den wichtigsten Infos und einem Profilfoto vervollständigen
  • Twitter einrichten: Die meisten Anwendungen, u.a. auch Zite (s.u.)
  • Feedly installieren und mit Ihrem Google Reader Konto verbinden. Warum? Feedly ist eine besonders elegante Form der Darstellung ihrer RSS-Feeds und damit wesentlich lesefreundlicher als der Reader von Google. Der Google Reader ist das Fahrwerk, Feedly das Chassis. Feedly empfiehlt darüber hinaus weitere Kanäle, und erlaubt das “Später lesen” wie auch das Teilen über zahlreiche Dienste.
  • Erste RSS Feeds abonnieren: Steuern Sie die Seiten an, die für Ihr Fachgebiet wichtig sind, z.B. http://www.logistik-heute.de/ und klicken dann auf das RSS-Symbol. Daraufhin müssen Sie nur noch “mit Google abonnieren” wählen.

…dann das Vergnügen.
Exemplarischer Ablauf in 10-15 Minuten.

Über Ihr Smartphone rufen Sie Feedly auf und browsen durch die Themen, die Sie über den Google Reader zuvor abonniert haben. Interessante Artikel können Sie dann favorisieren, für späteres Lesen sichern, oder gleich über Twitter / Facebook / G+ Ihren Lesern empfehlen. Die richtig interessanten Fundstücke lesen Sie dann in anderen Wartesituationen sowie unergiebigen Meetings…

Optional: Verkaufen

Etwa jede 7. bis 10. Ihrer Nachrichten darf ruhig auch auf Produkte, Events und Veröffentlichungen Ihres Unternehmens verweisen (nehmen wir mal an, Sie sind NICHT Mitarbeiter der PR-Abteilung). Machen Sie mehr, dann wird man Ihnen misstrauen. Machen Sie weniger, und Sie verpassen Chancen. Außerdem nutzen Sie die Chance zur internen Vernetzung, was Ihren Bemühungen auch intern zu mehr Anerkennung verhilft.

Rufen Sie die Twitter- oder Google+ Anwendung auf, geben einen für Sie interessanten Begriff ein, und sehen sich die Nachrichten und Personen dazu an. Fügen Sie diejenigen hinzu (“Follow” / “Zu Kreisen hinzufügen”), die eine menschliche Stimme haben. Sehr oft wird das von der anderen Seite erwidert. Übrigens werden Sie feststellen, dass insbesondere bei Twitter nahezu jede Ihrer Nachrichten dazu führt, dass Ihnen jemand Neues folgt.Vorausgesetzt, sie tweeten nicht stets über Ihren Kaffee.

Auch hier gilt: wählen Sie diejenigen aus, die wie Menschen mit Verstand wirken.

Legen Sie erst einmal einfach damit los, interessante Meldungen Ihrer Kontakte zu ‘retweeten’, bzw. in Google+ ein ‘Plus’ zu vergeben, oder zu kommentieren, wenn es sich anbietet. Schauen Sie zuerst nach Kollegen, insbesondere denen aus der Kommunikationsabteilung. Die freuen sich besonders, denn es gibt ihnen das Gefühl, dass sich im eigenen Unternehmen ‘was dreht’. Auch für andere Nutzer sind Retweets, Mentions und Likes kleine Geschenke, die gerne auch mal erwidert werden. 

Und dann?

Geben Sie sich ein paar Monate Zeit. Die weitere Entwicklung vollzieht sich weitgehend automatisch und natürlich in Ihrem Tempo. Sie werden neue Tools kennen- und nutzen lernen. Sie werden auch mal alle Tweets für eine Woche im Voraus verfassen und dann im perfekten Timing aussenden lassen. Sie werden Auswertungen kennen lernen, die Ihnen zeigen, was von Ihren Nachrichten das größte Interesse hervorgerufen hat. Und vielleicht werden Sie zu dem Schluss kommen: Was die in ihren Blogs schreiben, kann ich schon lange. Alles zu seiner Zeit.

Das Wichtige aber ist, dass Sie nun auf dem Spielfeld sind, Ihre Aufwärmrunden gedreht haben und bereit sind. Man wird bei den anstehenden Umwälzungen auf Sie zählen.

Und alles was Sie opfern, ist eine tägliche Kaffeepause (oder die morgendliche BILD Zeitung?). Klingt das machbar?

Ich würde mich über Ihr Feedback freuen.

PS: Kleiner Hinweis in eigener Sache: Einen solchen oder ähnlichen, auf Unternehmen, Branchen oder Abteilungen angepassten Ablauf biete ich auch als Seminar an. Bitte kontaktieren Sie mich für ein Gespräch

 

 

 

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  1. Social Media Workflow für die Kaffeepause - Anleitung für ... | etent | Scoop.it - 9. Februar 2012

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