{EAV:ba6d6cf70ce50b14}
Es klafft eine Lücke zwischen dem erforderlichen kulturellen Wandel und der gelebten Realität in Unternehmen. Inzwischen haben viele Verantwortliche auch außerhalb der Kommunikationsabteilungen zwar das Bedürfnis oder zumindest das vage Gefühl, dass die Aneignung von Social Media-Kompetenz für Karriere und ‘Gemeinwohl’ eine Win-Win-Situation wäre. Und dass Social Media jedem auf eine andere Weise helfen kann, seine Ziele zu erreichen – ob er nun im Vertrieb, im Kundendienst oder in der Produktentwicklung arbeitet. Doch inzwischen wirkt das Thema Social Media für den Neuling derart komplex und zeitaufwändig, dass viele es nicht einmal probieren.
Weitere Zutaten, die zur Social Media Paralyse führen:
- Es gibt keine Strategie, keine Hilfestellung ‘von oben’
- Mangelnde Akzeptanz, die generelle Einstufung als Freizeitaktivität ohne Belang
- Sorge, dass man sein ‘Experiment’ verpatzt und die Spuren anschließend nicht einmal mehr verwischen kann.
Um diese Schwellenängste abzubauen, möchte ich hier die Idee eines “Social Media Workflow Light” vorstellen, der täglich in das zeitliche Äquivalent einer Kaffeepause hineinpasst, und dabei hilft, das Thema entspannt und erfolgreich anzugehen. Sie sollen nicht gleich verkaufen, nicht missionieren und auch nicht wirtschaftspolitischer Sprecher Ihres Unternehmens werden. Im Grunde reden wir hier von einer Fortbildungsmaßnahme in Eigenregie – und mit einem gewissen Spaßfaktor, wie Sie feststellen werden.
Der Social Media Workflow für Vielbeschäftigte
Zielsetzung
Ziel ist die Gewöhnung an das Medium und eine Eingliederung in Ihren Alltag, die kein Nachdenken mehr erfordert. Ich weiß: Sie haben im Grunde gar keine Zeit dafür. Sie müssen aber etwas opfern, und ich schlage vor, es mit einer 10 bis 15-minütigen Kaffeepause (oder Bahnfahrt zur Arbeit, oder Zeitungslektüre am Morgen) zu versuchen, die praktisch nichts von Ihrer produktiven Zeit wegnimmt. Auch klar: Sie wissen im Grunde erst mal gar nicht, was Sie dort einbringen sollen. Deshalb setzen wir hier auf dem Fundament einer ‘Content Curation’ Strategie auf. Klingt kompliziert? Macht den Einstieg aber idiotensicher! Tschuldigung, ist nicht so gemeint ;-)
Nebenwirkungen
Es ist nicht auszuschließen, dass Sie durch die Übung deutlich informierter, inspirierter, motivierter werden. Möglich, dass Sie sehr bald vor Ideen und Kenntnissen nur so sprühen. Ferner kann auch nicht verhindert werden, dass Sie in Ihrem Fachgebiet oder in Ihrer Branche besser vernetzt sein werden. Und zuletzt kann diese Übung dazu führen, dass Sie Geschmack daran finden, selbst zu veröffentlichen und Ihre Reputation auszubauen. Die gehört übrigens Ihnen, die dürfen Sie unabhängig vom Job behalten.
Vision
Stellen Sie sich vor, Sie lesen Zeitung (das kennen die meisten noch ;-). Die Zeitung besteht aber aus Beiträgen, die in Echtzeit zu Ihnen kommen, und nur aus den Bereichen und zu den Themen, die Sie interessieren. Je häufiger Sie die Zeitung nutzen, desto besser und persönlicher wird sie. Der nächste Schritt besteht nun nur noch darin, ‘die Welt’ wissen zu lassen, was Ihnen davon besonders gefallen hat, und vielleicht auch noch, warum. Das war’s.
Man sollte nie zu viel auf einmal versuchen.
Setup: Die Zutaten für den Workflow
- Smartphone (iPhone oder Android) und/oder Tablet
- Folgende Apps: Feedly, Twitter, evtl. eine Google Plus App (gibt es für Smartphones und Tablets)
Für den Internetbrowser (Firefox, Chrome, IE) am PC
- Google.de (mit dem Reader abonnieren Sie Ihre Quellen, und mit Ihrem Google+ Profil können Sie Ihre Fundstücke teilen)
- Browser-Anwendung Feedly - Um während des Browsens jederzeit interessante Inhalte ‘on the fly’ zu empfehlen, lohnt sich der Einsatz einer Browser-Erweiterung wie z.B. AddThis, mit der Sie dann auch Seiten auf Xing und anderen Diensten empfehlen, oder über Instapaper für späteres Lesen speichern können
Kanäle: Stellen Sie Ihr Basiscamp auf
Richten Sie sich danach, wo die meisten Ihrer Kollegen, Kunden und Partner sind. Prüfen Sie, wo sich fachlich anerkannte Personen engagieren, mit denen Sie sich gerne vernetzen würden. Hier eine Übersicht mit Kurzbeschreibungen:
![]()
Einrichtung: Erst die Arbeit…
Der zeitaufwändigste Teil ist die Einrichtung – mit den kurzen Anleitungen (Folgen Sie den Links) sollte es aber trotzdem recht schnell gelingen:
- Den Google Reader einrichten: Wann immer Sie informative Seiten sehen, werden Sie in den meisten Fällen auch einen RSS-Feed vorfinden. Wenn Sie den abonnieren, kommen künftig neue Beiträge direkt in Ihre Zeitung (z.B. Feedly, Zite, u.a.)
- Das Google+ Profil einrichten: Warum? Sie haben das Konto sowieso und können es im Handumdrehen mit den wichtigsten Infos und einem Profilfoto vervollständigen
- Twitter einrichten: Die meisten Anwendungen, u.a. auch Zite (s.u.)
- Feedly installieren und mit Ihrem Google Reader Konto verbinden. Warum? Feedly ist eine besonders elegante Form der Darstellung ihrer RSS-Feeds und damit wesentlich lesefreundlicher als der Reader von Google. Der Google Reader ist das Fahrwerk, Feedly das Chassis. Feedly empfiehlt darüber hinaus weitere Kanäle, und erlaubt das “Später lesen” wie auch das Teilen über zahlreiche Dienste.
- Erste RSS Feeds abonnieren: Steuern Sie die Seiten an, die für Ihr Fachgebiet wichtig sind, z.B. http://www.logistik-heute.de/ und klicken dann auf das RSS-Symbol. Daraufhin müssen Sie nur noch “mit Google abonnieren” wählen.
…dann das Vergnügen.
Exemplarischer Ablauf in 10-15 Minuten.
Über Ihr Smartphone rufen Sie Feedly auf und browsen durch die Themen, die Sie über den Google Reader zuvor abonniert haben. Interessante Artikel können Sie dann favorisieren, für späteres Lesen sichern, oder gleich über Twitter / Facebook / G+ Ihren Lesern empfehlen. Die richtig interessanten Fundstücke lesen Sie dann in anderen Wartesituationen sowie unergiebigen Meetings…
Optional: Verkaufen
Etwa jede 7. bis 10. Ihrer Nachrichten darf ruhig auch auf Produkte, Events und Veröffentlichungen Ihres Unternehmens verweisen (nehmen wir mal an, Sie sind NICHT Mitarbeiter der PR-Abteilung). Machen Sie mehr, dann wird man Ihnen misstrauen. Machen Sie weniger, und Sie verpassen Chancen. Außerdem nutzen Sie die Chance zur internen Vernetzung, was Ihren Bemühungen auch intern zu mehr Anerkennung verhilft.
Auch hier gilt: wählen Sie diejenigen aus, die wie Menschen mit Verstand wirken.
Und dann?
Geben Sie sich ein paar Monate Zeit. Die weitere Entwicklung vollzieht sich weitgehend automatisch und natürlich in Ihrem Tempo. Sie werden neue Tools kennen- und nutzen lernen. Sie werden auch mal alle Tweets für eine Woche im Voraus verfassen und dann im perfekten Timing aussenden lassen. Sie werden Auswertungen kennen lernen, die Ihnen zeigen, was von Ihren Nachrichten das größte Interesse hervorgerufen hat. Und vielleicht werden Sie zu dem Schluss kommen: Was die in ihren Blogs schreiben, kann ich schon lange. Alles zu seiner Zeit.
Das Wichtige aber ist, dass Sie nun auf dem Spielfeld sind, Ihre Aufwärmrunden gedreht haben und bereit sind. Man wird bei den anstehenden Umwälzungen auf Sie zählen.
Und alles was Sie opfern, ist eine tägliche Kaffeepause (oder die morgendliche BILD Zeitung?). Klingt das machbar?
Ich würde mich über Ihr Feedback freuen.
PS: Kleiner Hinweis in eigener Sache: Einen solchen oder ähnlichen, auf Unternehmen, Branchen oder Abteilungen angepassten Ablauf biete ich auch als Seminar an. Bitte kontaktieren Sie mich für ein Gespräch

Trackbacks/Pingbacks
[...] background-position: 50% 0px; background-color:#222222; background-repeat : no-repeat; } http://www.evoloop.com – Today, 9:22 [...]